Die Schweißdrüsen können bei einem gesunden Erwachsenen unter starker Anstrengung bis zu 2 Liter Schweiß pro Stunde abgeben und gehören damit zu den leistungsfähigsten Drüsen unseres Körpers. Die Steuerung der Feuchtigkeitsabgabe erfolgt unbewußt über sehr empfindlich reagierende Zentren im Zwischenhirn und im Rückenmark. Eine normale Feuchtigkeitsabgabe (Hidrosis), die leicht in krankhaftes Schwitzen übergeht, kann z.B. auch als Hinweis auf bestimmte Erkrankungen dienen.
Wie kommt es zur übermäßigen Schweißbildung
Das Zwischenhirn ist das Schaltzentrum, in dem praktisch alle wesentlichen Körperfunktionen gesteuert werden. Hier findet auch das Wechselspiel zwischen Körper und Psyche statt, d.h. Ärger, Wut, Angst oder andere Stressfaktoren bekommen einen direkten Einfluss auf die Funktionen des Körpers. So wird verständlich, dass Schweißausbrüche z.B. auch durch Aufregungen oder Kränkungen begünstigt oder ausgelöst werden können.
Wie in jedem Regelkreis im Körper kann auch hier die Steuerung versagen, so dass die normale Tätigkeit der Schweißdrüsen extrem gesteigert wird und die Schweißbildung ausufert. Übermäßige Schweißbildung (Hyperhidrosis) bezeichnet so ein über das normale Maß hinausgehendes Schwitzen. Die übermäßige Schweißbildung wird in der Regel in "normale" Hyperhidrosis (Schwitzen, z.B. durch Anpassung des Körpers an klimatische Veränderungen), in eine Hyperhidrosis bei Übergewicht oder in den Wechseljahren, und in eine organisch bedingte Hyperhidrosis im Rahmen von verschiedenen Grunderkrankungen, z.B. hormonelle Störungen, Nerven- oder Stoffwechselerkrankungen, unterteilt.
Oft lassen sich jedoch keinerlei Ursachen nachweisen wie z.B. bei übermäßiger Schweißbildung in den Achselhöhlen, in den Handinnenflächen und an den Fußsohlen. Diese Schweißausbrüche können kombiniert, aber auch einzeln vorkommen. Bei Männern ist der Befall der Hände und Füße häufiger, bei Frauen sind meist nur die Achselhöhlen betroffen. Nicht selten besteht gleichzeitig auch eine generell erhöhte Bereitschaft zum Schwitzen.
Die Schweißausbrüche werden emotionell ausgelöst, z.B. als Folge von Nervosität oder Stress, wobei der Anlass unterschiedlich schwerwiegend sein kann. Die Erscheinungen beginnen meist in der Pubertät und gehen in der Regel mit zunehmendem Alter langsam zurück.
Wie äußert sich übermäßige Schweißbildung?
Die Ausprägung der übermäßigen Schweißbildung unterliegt stark individuellen Schwankungen und kann jegliches Ausmaß erreichen bis hin zum Abrinnen des Schweißes am Körper. Übermäßige Schweißbildung stellt daher keineswegs nur ein kosmetisches Problem dar, sondern ist für den Betroffenen eine außerordentliche psychische Belastung. Darüber hinaus kann sie durchaus, z.B. bei feuchtigkeitsempfindlichen Materialien, auch zu einem beruflichen Problem werden und ist oft auch für eine Reihe von Infektionen durch Bakterien oder Pilze verantwortlich.
Vielfach reagiert auch das soziale Umfeld des Betroffenen negativ auf so offensichtliche Symptome wie schweißnasse Hände, dunkle Ringe unter den Achseln und unangenehmen Körpergeruch. Ein Teufelskreis von Ablehnung und Vereinsamung kann die Folge sein, aus dem so mancher nicht ohne Hilfe entkommt.
Wie läßt sich übermäßige Schweißbildung beeinflussen
Allgemeine Maßnahmen wie Änderung der Lebensgewohnheiten, Ernährung oder Kleidung können als unterstützende Maßnahmen durchaus hilfreich sein. Als medikamentöse Therapiemaßnahmen kommen bei nicht organisch bedingten Störungen vor allem Präparate zum Einsatz, die die Ausschüttung eines Überträgerstoffes verhindern und so die Schweißbildung verringern (Anticholinergika) oder die eine direkte schweißhemmende Wirkung haben, wie z.B. Salbei.
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