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Übermäßige Schweißbildung

     
Wie funktioniert die normale Schweißbildung?
Die Schweißbildung ist ein normaler Vorgang, der für die Temperaturregulation unseres Körpers unerläßlich ist. Die Feuchtigkeitsabgabe der Haut erfolgt über die Schweißdrüsen. Beim Erwachsenen finden sich annähernd 2-3 Mio. Schweißdrüsen, die über den ganzen Körper verteilt sind. In 1 cm² Haut liegen im Durchschnitt 143-339 Schweißdrüsen; am dichtesten beieinander sind sie in den Handinnenflächen und an den Fußsohlen, danach folgen Kopf, Rumpf und Gliedmaßen.
     

Die Schweißdrüsen können bei einem gesunden Erwachsenen unter starker Anstrengung bis zu 2 Liter Schweiß pro Stunde abgeben und gehören damit zu den leistungsfähigsten Drüsen unseres Körpers. Die Steuerung der Feuchtigkeitsabgabe erfolgt unbewußt über sehr empfindlich reagierende Zentren im Zwischenhirn und im Rückenmark. Eine normale Feuchtigkeitsabgabe (Hidrosis), die leicht in krankhaftes Schwitzen übergeht, kann z.B. auch als Hinweis auf bestimmte Erkrankungen dienen.

Wie kommt es zur übermäßigen Schweißbildung
Das Zwischenhirn ist das Schaltzentrum, in dem praktisch alle wesentlichen Körperfunktionen gesteuert werden. Hier findet auch das Wechselspiel zwischen Körper und Psyche statt, d.h. Ärger, Wut, Angst oder andere Stressfaktoren bekommen einen direkten Einfluss auf die Funktionen des Körpers. So wird verständlich, dass Schweißausbrüche z.B. auch durch Aufregungen oder Kränkungen begünstigt oder ausgelöst werden können.

Wie in jedem Regelkreis im Körper kann auch hier die Steuerung versagen, so dass die normale Tätigkeit der Schweißdrüsen extrem gesteigert wird und die Schweißbildung ausufert. Übermäßige Schweißbildung (Hyperhidrosis) bezeichnet so ein über das normale Maß hinausgehendes Schwitzen. Die übermäßige Schweißbildung wird in der Regel in "normale" Hyperhidrosis (Schwitzen, z.B. durch Anpassung des Körpers an klimatische Veränderungen), in eine Hyperhidrosis bei Übergewicht oder in den Wechseljahren, und in eine organisch bedingte Hyperhidrosis im Rahmen von verschiedenen Grunderkrankungen, z.B. hormonelle Störungen, Nerven- oder Stoffwechselerkrankungen, unterteilt.

Oft lassen sich jedoch keinerlei Ursachen nachweisen wie z.B. bei übermäßiger Schweißbildung in den Achselhöhlen, in den Handinnenflächen und an den Fußsohlen. Diese Schweißausbrüche können kombiniert, aber auch einzeln vorkommen. Bei Männern ist der Befall der Hände und Füße häufiger, bei Frauen sind meist nur die Achselhöhlen betroffen. Nicht selten besteht gleichzeitig auch eine generell erhöhte Bereitschaft zum Schwitzen.

Die Schweißausbrüche werden emotionell ausgelöst, z.B. als Folge von Nervosität oder Stress, wobei der Anlass unterschiedlich schwerwiegend sein kann. Die Erscheinungen beginnen meist in der Pubertät und gehen in der Regel mit zunehmendem Alter langsam zurück.

Wie äußert sich übermäßige Schweißbildung?
Die Ausprägung der übermäßigen Schweißbildung unterliegt stark individuellen Schwankungen und kann jegliches Ausmaß erreichen bis hin zum Abrinnen des Schweißes am Körper. Übermäßige Schweißbildung stellt daher keineswegs nur ein kosmetisches Problem dar, sondern ist für den Betroffenen eine außerordentliche psychische Belastung. Darüber hinaus kann sie durchaus, z.B. bei feuchtigkeitsempfindlichen Materialien, auch zu einem beruflichen Problem werden und ist oft auch für eine Reihe von Infektionen durch Bakterien oder Pilze verantwortlich. 
Vielfach reagiert auch das soziale Umfeld des Betroffenen negativ auf so offensichtliche Symptome wie schweißnasse Hände, dunkle Ringe unter den Achseln und unangenehmen Körpergeruch. Ein Teufelskreis von Ablehnung und Vereinsamung kann die Folge sein, aus dem so mancher nicht ohne Hilfe entkommt.

Wie läßt sich übermäßige Schweißbildung beeinflussen
Allgemeine Maßnahmen wie Änderung der Lebensgewohnheiten, Ernährung oder Kleidung können als unterstützende Maßnahmen durchaus hilfreich sein. Als medikamentöse Therapiemaßnahmen kommen bei nicht organisch bedingten Störungen vor allem Präparate zum Einsatz, die die Ausschüttung eines Überträgerstoffes verhindern und so die Schweißbildung verringern (Anticholinergika) oder die eine direkte schweißhemmende Wirkung haben, wie z.B. Salbei.

Ratschläge, die Ihnen helfen können:

  • Tragen Sie nur Baumwoll-, Woll- oder Seidenkleidung und vermeiden Sie Bekleidung aus synthetischen Fasern.
  • Wechseln Sie täglich die Kleidung, vor allem auch das Schuhwerk.
  • Sorgen Sie für eine ausreichende Schlafhygiene durch regelmäßiges Lüften Ihres Schlafzimmers und Wechseln der Bettwäsche.
  • Duschen Sie lieber lauwarm und vermeiden Sie heiße Vollbäder.
  • Meiden Sie anregende Nahrungs- und Genussmittel wie z.B. Kaffee, Alkohol und Zigaretten.
  • Gewöhnen Sie Ihren Körper an schnelle Temperaturschwankungen, z.B. durch Sport, Sauna oder Wasseranwendungen, z. B. Wechselduschen.
  • Tragen Sie möglichst luftdurchlässige Schuhe und achten Sie beim Schuhkauf auf atmungsaktive Materialien.
  • Verwenden Sie nur Einlegesohlen aus Leder und wechseln Sie diese täglich.
  • Bei extrem vermehrtem Fußschweiß sind Fußbäder mit Eichenrindenextrakt oder Zinnkraut als unterstützende Maßnahmen hilfreich.
 

Während die Anticholinergika aufgrund ihres zentralen Angriffspunktes erhebliche Nebenwirkungen wie z.B. Mundtrockenheit, Störungen der Anpassungsfähigkeit der Augen, Verstopfung, Blasenentleerungsstörungen etc. aufweisen, sind Präparate, die eine direkte schweißhemmende Wirkung haben, gut verträglich. Bei medikamentös nicht beeinflussbarer übermäßiger Schweißbildung bleibt letztendlich nur noch die örtliche Entfernung der Schweißdrüsen oder die Entfernung bestimmter Nervenfasern im Rückenmark, die allerdings mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden ist.

 
Als Alternative kommen bei übermäßiger Schweißbildung ohne besondere organische Ursache zunehmend homöopathische Arzneimittel im Sinne einer Reiz- und Regulationstherapie zum Einsatz. Sie enthalten vielfach pflanzliche Bestandteile, die direkt oder indirekt die Tätigkeit der Schweißdrüsen regulieren und so die lästigen Beschwerden nachhaltig beseitigen. Aufgrund ihrer guten Verträglichkeit können sie auch über einen längeren Zeitraum angewendet werden.

In sogenannten Komplexmitteln (z.B. Pentarkan-Komplexmitteln) sind einige homöopathische Mittel zusammengestellt, die sich bei der Behandlung von bestimmten Erkrankungen besonders bewährt haben.

So enthält z.B. Jaborandi Pentarkan S fünf homöopathische Einzelmittel, die bei übermäßiger Schweißbildung häufig eingesetzt werden und sich gegenseitig ergänzen:

 

Jaborandi

Synonyme: Pilocarpus, Pilocarpus jaborandi
Angaben zum Arzneigrundstoff: Rutaceae
Südamerika, Getrocknete Blätter
Bewährtes Anwendungsgebiet : wirkt vor allem bei hormonell bedingten Schweißausbrüchen z.B. im Klimakterium oder infolge bekannter Grunderkrankungen wie z. B. Überfunktion der Schilddrüse.

 

Acidum sulfuricum

 

Synonym: Sulfuricum acidum
Angaben zum Arzneigrundstoff: Schwefelsäure
Bewährtes Anwendungsgebiet : ist angezeigt bei allgemeiner körperlicher oder psychischer Schwäche und Erschöpfung sowie bei Rekonvaleszenz.

 

Calcium carbonicum Hahnemanni

Synonyme: Calcium carbonicum, Calcarea carbonica
Deutscher Name: Austernschalenkalk
Angaben zum Arzneigrundstoff: Mollusca
Europäische Küsten, Innere Teile von Schalen der Auster (Ostrea edulis)
Bewährtes Anwendungsgebiet : beeinflusst insbes. lokalisierte (z.B. an Händen, Füßen, Achselhöhlen) und/oder zeitlich begrenzte Schweißbildungen wie Morgen- oder Nachtschweiß

 

Mercurius solubilis Hahnemanni

 

Synonym: Mercurius solubilis
Angaben zum Arzneigrundstoff: Gemisch, das vorwiegend Quecksilber(II)-amidonitrat und metallisches Quecksilber enthält
Bewährtes Anwendungsgebiet : lindert schwächende, übelriechende Schweiße und Nachtschweiß.

 

Salvia officinalis

Synonym: Salvia
Deutscher Name: Echter Salbei
Angaben zum Arzneigrundstoff: Lamiaceae
Europa, Frische Blätter
Bewährtes Anwendungsgebiet : wirkt allgemein reduzierend auf die Tätigkeit der Schweißdrüsen.

 
Häufig haben sich bei der Hyperhidrosis die Beschwerden über mehrere Monate bis Jahre manifestiert. In diesen Fällen empfiehlt es sich, das Präparat nach Rücksprache mit Ihrem Arzt über einen längeren Zeitraum anzuwenden. Eine dauerhafte, schweißreduzierende Wirkung tritt bei regelmäßiger Einnahme des Präparates in der Regel innerhalb weniger Wochen ein.
 
 
 
Weitere Informationen zu Jaborandi Pentarkan S finden Sie hier.
 
 
 
 

Pflichtangaben:

Jaborandi Pentarkan® S
Enthält 60 Vol.-% Alkohol. Packungsbeilage beachten!
Anwendungsgebiete: Das Anwendungsgebiet leitet sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehört: Vermehrte Schweißsekretion (Hyperhidrosis).

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker

 
     
   
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