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Hormontherapie in den Wechseljahren -
schädlich und wirkungslos?
In den Wechseljahren der Frau kommt es zu einer hormonellen Umstellung des weiblichen Körpers. Sie beginnen etwa ab dem 45. Lebensjahr und dauern 5 bis 10 Jahre. Die Monatsblutungen werden zunehmend seltener und unregelmäßiger und hören schließlich ganz auf. Damit endet für die Frau ihre fortpflanzungsaktive Zeit. Häufig ändert sich in diesem Lebensabschnitt mehr als nur der Hormonspiegel und viele Frauen müssen ein neues Selbstverständnis entwickeln. Die Kinder verlassen das Haus, dadurch treten zentrale Aufgaben im Haushalt und bei der Kindererziehung in den Hintergrund. Es ergeben sich neue Freiräume, beispielsweise für berufliche oder Freizeitaktivitäten.
Durch diese Veränderungen kann das körperliche und seelische Gleichgewicht ins Wanken geraten. Deshalb leiden drei von vier Frauen in den Wechseljahren unter typischen Beschwerden. Dabei sind Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlaflosigkeit und Nervosität besonders belastend. Die Auswirkungen von Stimmungsschwankungen, Angstgefühlen und Depressionen betreffen auch die Familie oder die Partnerschaft. Die Wechseljahre sind jedoch eine natürliche Veränderung und keine Krankheit. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ihre Begleiterscheinungen zu lindern.
Viele Frauenärzte verordnen eine Hormonersatztherapie. Dabei sollen chemisch hergestellte Hormone die vom Körper nicht mehr produzierten Hormone ersetzen. Sie werden als Tabletten, Pflaster oder Gels zugeführt und müssen jahrelang angewendet werden. In Deutschland werden 4 bis 5 Millionen Frauen in und nach den Wechseljahren mit solchen Hormonpräparaten behandelt. Naturheilkundliche Ärzte lehnen diese Praxis ab. Sie verordnen die Hormontherapie nur in Einzelfällen, nach einer Abwägung von Nutzen und Risiko. Zur Linderung der Beschwerden setzen sie hormonfreie Methoden ein, die genauso wirksam und besser verträglich sind.
Auch von Wissenschaftlern und Schulmedizinern wird zunehmend Kritik an der Hormonersatztherapie geäußert, da sie mit erheblichen Gefahren verbunden ist. Laut einer in den USA durchgeführten Studie bekommen Frauen, die jahrelang Hormone einnehmen, häufiger Krebs, insbesondere der Brust und der Eierstöcke. Außerdem führt es zu einer erhöhten Zahl von Schlaganfällen, Herzinfarkten, Thrombosen und Lungenembolien. Zur Vorbeugung von Knochenschwund (Osteoporose) können Hormone nützlich sein. Dieser Nutzen war bisher ein wichtiges Argument für die Hormontherapie. Die Wirkung besteht jedoch nur solange die Hormone tatsächlich eingenommen werden. Außerdem sind längst nicht alle Frauen in den Wechseljahren von einem Abbau der Knochenmasse betroffen. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Hormone - entgegen der weit verbreiteten Meinung - auch die Lebensqualität nicht positiv beeinflussen.
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