Jeder, der ihn schon einmal gesehen hat, ist von seiner schillernden Farbenpracht fasziniert: Der Eisvogel ist zwar auch bei uns beheimatet, benötigt aber einen Lebensraum, der hierzulande immer weniger vorzufinden ist.
Hauptsächlich Fließgewässer wie Bäche oder Flüsse, aber auch stehende Gewässer wie Teiche und Seen, sind sein natürlicher Lebensraum. In diesen Gewässern findet der Eisvogel auch seine Nahrung, die überwiegend aus kleinen Fischen besteht. Aufgrund der besonderen Bauart seiner Brutstätte benötigt der Eisvogel zudem Steilufer, deren Wände er zum Brüten nutzt.
Leider erfüllen viele Gewässer heute nicht mehr diese Kriterien, da Flüsse und Bäche begradigt, künstliche Stausysteme eingerichtet und ihre Ufer verbaut wurden. Durch diese Veränderungen wird das Ökosystem der Gewässer gestört, was sich negativ auf das Nahrungsangebot des Eisvogels auswirkt. Auch findet er keine Steilwände zum Brüten mehr.
Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen und neuen Schwung in den Gewässerschutz zu bringen, wurde der Eisvogel vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) und Landesbund für Vogelschutz (LBV) zum Vogel des Jahres 2009 gewählt. Bereits 1973 wurde dem Eisvogel schon einmal diese Ehre zugeteilt. "Die Entscheidung, den Eisvogel nach 36 Jahren erneut zum Symboltier für das Jahr 2009 zu wählen, ist bewusst gefallen. Die damaligen Forderungen haben nicht an Aktualität verloren: Der Eisvogel braucht sauberes Wasser, naturnahe Bäche, Flüsse und Seen sowie artenreiche Talauen. Nur dort findet er seine Nahrung, überwiegend Kleinfische, und natürliche Steilwände für die Anlage seiner Brutröhren. Diese Lebensräume sind in Deutschland trotz mancher Fortschritte im Gewässerschutz immer noch Mangelware.", so NABU-Vizepräsident Helmut Opitz.
Reagiert wurde seitens des Bundes, der Länder Brandenburg und Sachsen-Anhalt und dem NABU bereits mit dem im Jahr 2005 gestartetem Projekt zur Renaturierung der Unteren Havelniederung. Das Projekt führt Maßnahmen durch, um den natürlichen Lebensraum für die in dem größten Feuchtgebiet im Binnenland Mitteleuropas lebenden Tieren, darunter auch dem Eisvogel, wiederherzustellen.
Der Eisvogel ist in unseren Breitengraden im Vergleich zu anderen heimischen Vogelarten verhältnismäßig selten. Nach Schätzungen leben derzeit ca. 6.000 bis 8.000 Brutpaare der Vogelschönheit in Deutschland. Von unserem "Hausspatz", dem Hausperling, sind es dagegen ungefähr 3,5 bis 5 Millionen Brutpaare. Eine Begegnung mit einem Eisvogel, der aufgrund seines farbenprächtigen und glänzendes Gefieders auch als "fliegender Edelstein" bezeichnet wird, ist hierzulande demnach leider ein seltenes Erlebnis.
Sie haben einen Eisvogel gesehen? Berichten Sie uns darüber! Wir leiten diese Informationen an interessierte Naturschutzorganisationen weiter.
Wenn Sie das Glück hatten einen Eisvogel zu sehen, füllen Sie bitte dieses kurze Formular aus: » zum Formular
Sie würden gerne mehr über den Vogel des Jahres 2009 erfahren? Auf diesen Seiten finden Sie Steckbriefe und vieles mehr über den Eisvogel:
http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/vogeldesjahres/2009-eisvogel
http://www.vogelarten.de/arten/eisvogel/eisvogel.shtml
http://www.natur-lexikon.com/Texte/HWG/001/00099/HWG00099.html
|