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Erste Hilfe mit Homöopathie bei Ziervögeln

 
   
     
 

AraAls verantwortungsbewusster Vogelbesitzer sollte man sich bereits im Vorfeld damit vertraut machen, wie im Krankheitsfall des gefiederten Lieblings zu reagieren ist. Es ist bekannt, dass Ziervögel wie Sittiche und Papageien versuchen, Krankheiten so lange wie möglich zu verbergen. Warum? Diese Vogelarten gehören in der freien Natur zu den Beutetieren. Sie schützen sich so vor ihren Feinden, da Tiere mit Krankheitsanzeichen für Raubtiere ideale Jagdobjekt sind. Auch dient dieses Verhalten dazu, um nicht vom Vogelschwarm ausgestoßen zu werden.

Um erste Krankheitsanzeichen rechtzeitig zu erkennen, sollte man täglich die Futteraufnahme der Vögel kontrollieren. Kranke Vögel täuschen die Nahrungsaufnahme oft nur vor. In Wirklichkeit werfen sie das Futter nur aus dem Napf. Auch eine tägliche Kotbegutachtung und eine wöchentliche Gewichtskontrolle sind sehr wichtig. Bei Papageienvögeln sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt unerlässlich.

Wie finde ich einen vogelkundigen Tierarzt?

Einen vogelkundigen Tierarzt zu finden ist nicht einfach. Gerade da man meistens ziemlich unerwartet mit einem kranken oder verletzten Vogel konfrontiert wird, sollte man für den Ernstfall eine oder mehrere Adressen von Tierärzten parat haben, die sich mit einer Vogelbehandlung gut auskennen.

Auf folgender Internetseite finden Sie eine Datenbank mit Adressen von vogelkundigen Tierärzten (teilweise auch mit Bewertungen):
http://www.vogeldoktor.de

Adressen von Tierärzten mit dem Fachgebiet „Ganzheitliche Vogeltherapie“ finden Sie auf der Homepage der Gesellschaft für Ganzheitliche Tiermedizin. Diese Ärzte bieten eine Vogelbehandlung mit ganzheitlichen Therapieverfahren wie z. B. der Homöopathie oder der Akupunktur an:
http://ggtm.de/tierhalter/tierarztsuche/ergebnis?fach=8843

Homöopathische Mittel für den Notfall

Homöopathische Mittel haben sich bei Vögeln als wirkungsvoll sowie gut verträglich erwiesen und eignen sich auch für eine Erste-Hilfe-Versorgung. Eine gut ausgestattete homöopathische Vogelapotheke sollte u. a. folgende Notfallmittel enthalten:

 
     
 

Aconitum napellus
Blauer Eisenhut
Frische, ganze Pflanze zu Beginn der Blütezeit

Bei allen Beschwerden, die akut, plötzlich und heftig auftreten.

Arnica montana
Bergwohlverleih, Arnika
Getrocknete, unterirdische Teile

Vogel ist berührungsempfindlich, lässt sich nicht anfassen und vermeidet Bewegungen.

Arsenicum album
Weißer Arsenik

Vogel ist ruhelos, unruhig, kälteempfindlich, oftmals entkräftet und nach der geringsten Anstrenung erschöpft.

Calendula officinalis
Ringelblume
Frische, oberirdische Teile zur Blütezeit
Entzündungshemmende Eigenschaft.

Hamamelis virginiana
Zaubernuss
Frische Rinde der Wurzeln und Zweige

Blut- und schmerzstillende Wirkung.

 
     
 

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Vogel nach jeder medizinischen Erstversorgung von einem fachkundigen Tierarzt untersuchen zu lassen. Nur so können ernsthafte Erkrankungen und Folgeerkrankungen ausgeschlossen werden!

Anwendung, Verabreichung und Dosierung

WellensittichHomöopathische Mittel werden in der Regel gut von Vögeln angenommen. Empfehlenswert sind die Darreichungsformen Globuli und Tabletten. Durch den enthaltenen Rohr- bzw. Milchzucker haben sie einen leicht süßen Geschmack und werden von den Tieren erfahrungsgemäß gut akzeptiert.

Generell ist es am einfachsten, wenn man dem Vogel das Arzneimittel als Leckerli anbietet oder ins Trinkwasser gibt. Bei Erste-Hilfe-Maßnahmen sollte jedoch eine schnelle Behandlung erfolgen, indem man das Mittel in Wasser auflöst und mit einer Pipette oder Spritze (ohne Nadel) in den Schnabel gibt.

Pro Gabe verabreicht man entweder ein bis zwei Globuli oder eine Messerspitze einer zerstoßenen Tablette. Für den Akutfall verwendet man Mittel in niedrigen Potenzen (bis D6). Diese sollten im stündlichen Abstand, bis eine Besserung erreicht bzw. der Vogel einem Tierarzt vorgestellt wurde, gegeben werden.

 
     
 

BuchtitelBuchtipp zum Thema

„Die Vogelschule. Erste Hilfe für Papageien, Sittiche und andere Vögel“ von Ann M. Castro

Lernen Sie von der Papageienexpertin Ann M. Castro, Erkrankungen und Verletzungen zu erkennen, welche Erste-Hilfe-Maßnahmen für den jeweiligen Notfall sinnvoll sind und wie Sie diese durchführen können.

Außerdem erfahren Sie, wie Sie sich eine klassische und eine homöopathische Notfallapotheke, sowie einen Behandlungsplatz einrichten können, um auf medizinische Notfälle Ihrer Vögel gut vorbereitet zu sein.

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Wussten Sie schon ...?

Ein weiteres interessantes Phänomen neben dem Verbergen von Krankheitsanzeichen bei den zu den Beutetieren zählenden Vögeln, ist die sogenannte Schock- bzw. Schreckmauser.

Dabei verliert der Vogel durch eine plötzliche Angst- oder Schrecksituation schlagartig seine Schwanzfedern oder das Kleingefieder. Dieser Schutzreflex dient dem Vogel in der freien Natur um vor Angreifern zu fliehen. Der Jäger behält nur die abgeworfenen Federteile zurück. Da die Federn an den Flügeln davon nicht betroffen sind, bleibt die Flugfähigkeit des Vogels erhalten.

Die Schockmauser ist für den Vogel nicht schmerzhaft. Die ausgefallenen Federn werden bereits nach kurzer Zeit meistens noch vor der regulären nächsten Mauser durch neue Federn ersetzt.

Auch bei von Menschen gehaltenen Ziervögeln kann es z. B. beim Einfangen des Vogels zu einer Schockmauser kommen, was zum Glück jedoch eher selten ist. Dennoch sollte man immer bedenken, dass Vögel sehr sensible Lebewesen sind und Stresssituationen vermeiden!

 
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