FAQ (Frequently Asked Questions) / Häufige Fragen zur Homöopathie

Homöopathie wird von der großen Mehrheit der Menschen angewendet. Die Zufriedenheit mit Wirksamkeit und Verträglichkeit ist groß. Hier bieten wir Fakten und Hintergründe zu wichtigen Fragen an, die immer mal wieder im Zusammenhang mit der Homöopathie auftauchen. Vor allem für jene, die gute Erfahrungen mit Homöopathie gemacht haben, ohne sich bis jetzt tiefer mit ihr beschäftigt zu haben. 

  • Was ist Homöopathie?

    In der Homöopathie steht nicht die Krankheit allein, sondern der gesamte Mensch im Mittelpunkt. Ihrem Verständnis nach befindet sich ein gesunder Organismus in Balance, der erkrankte Körper dagegen im Ungleichgewicht. Die Homöopathie mobilisiert die körpereigenen Selbstheilungskräfte. So erhält der Organismus Impulse, um das innere Gleichgewicht wiederherzustellen.

    Begründet wurde das Therapiesystem von dem Arzt und Chemiker Dr. Samuel Hahnemann (1755-1843). Das Grundprinzip der Homöopathie ist das von Hahnemann entwickelte Ähnlichkeitsprinzip: Similia similibus curentur („Ähnliches möge mit Ähnlichem behandelt werden“).

    Individuelle Therapie: In der Homöopathie wird die ganze Person in ihrer individuellen, gesundheitlichen Situation behandelt: Die Auswahl des passenden Arzneimittels orientiert sich an den Symptomen, die ein Patient/in wahrnimmt. Idealerweise wird ein homöopathisches Arzneimittel gefunden, das auf die Summe aller Symptome passt.

    Was versteht man unter Ähnlichkeitsprinzip?

    Ein homöopathisches Mittel wird bei Symptomen eingesetzt, die das Mittel bei einem Gesunden auslöst: Ähnliches wird mit Ähnlichem behandelt. Allium cepa (Zwiebel) etwa verursacht eine laufende Nase und brennende, tränende Augen. Als homöopathisches Arzneimittel wird es zur Behandlung solcher Symptome eingesetzt.

    Was ist die sogenannte „Urtinktur“?

    Die „Urtinktur“ ist die erste herstellbare und konzentrierteste flüssige Zubereitung aus pflanzlichen und teilweise auch aus tierischen Ausgangsmaterialien. Sie ist meist ein wässrig-alkoholischer Auszug aus den jeweils eingesetzten Stoffen.

    Welche Darreichungsformen gibt es?

    Homöopathische Einzelmittel wie Arnica und Co. werden meist als Globuli eingesetzt. Zusätzlich gibt es viele Mittel auch in Tablettenform, hier ist die Basis Milchzucker. Für Schüßler-Salze ist die Standard-Variante Tabletten, es gibt sie aber auch in den Darreichungsformen Globuli und Tabletten „karto“ (glutenfrei). Neben Globuli und Tabletten gibt es Homöopathika auch als Tropfen, Salben, Cremes, Zäpfchen, Ampullen, Gele oder Lotionen.

    Was sind die Ursprünge der heutigen Deutschen Homöopathie-Union (DHU)?

    Geburtsjahr der damals noch nicht so genannten Deutschen Homöopathie-Union ist das Jahr 1866. Zu diesem Zeitpunkt gründete Dr. Willmar Schwabe die „Homöopathische Centralofficin“ in Leipzig. Der Apotheker war mit der schwankenden Qualität homöopathischer Arzneimittel unzufrieden und beschloss die eigene Produktion hochstandardisierter Homöopathika. Er beschrieb den Herstellungsprozess im Detail und hielt sich dabei strikt an die Vorgaben des Homöopathie-Begründers Samuel Hahnemann (1755-1843).

    Wann wurde die Deutsche Homöopathie-Union gegründet?

    Die Deutsche Homöopathie-Union DHU-Arzneimittel GmbH & Co. KG, kurz DHU, ist führender Hersteller homöopathischer Einzelmittel und Dr. Schüßler-Salze in Deutschland. Das Unternehmen mit Sitz in Karlsruhe gehört zur Dr. Willmar Schwabe Unternehmensgruppe, innerhalb derer es 1961 gegründet wurde. Die DHU stellt ihr umfassendes Sortiment auf Basis der über 150-jährigen Expertise der Firmengruppe in der Produktion homöopathischer Arzneimittel her – von homöopathischen Einzelmitteln über Komplexmittel bis hin zu Schüßler-Salzen.

    Was hat es mit „Terra Medica“ auf sich?

    Seit 1976 baut die DHU eigene Arzneipflanzenkulturen auf einem Areal der Gemeinde Stutensee-Staffort (nahe Karlsruhe) an. Die erste Ernte erfolgte im Jahr 1977. Seit 1998 ist das Areal nach den Kriterien des organischen Landbaus zertifiziert – chemische Dünger, Insektizide oder Herbizide wurden hier noch nie eingesetzt. Es wurde nach ökologischen Prinzipien gearbeitet, lange bevor es den Begriff gab. Auch heute erfolgt auf der Anlage natürlich ökologisch-zertifizierter Anbau. 2014 wurde die Plantage in „Terra Medica“ umbenannt und mit einem Besucherzentrum ausgestattet. Mit einer Solaranlage wird der notwendige, eigene Strom erzeugt. Rund 70% der Pflanzen, die für die DHU-Produktion gebraucht werden, werden in der eigenen Aufzucht großgezogen. 400 verschiedene Pflanzenarten aus aller Welt finden sich hier – damit ist Terra Medica Europas artenreichste Arzneipflanzenkultur. Bei der DHU kommt alles aus einer Hand: Vom Samen bis zum fertigen Arzneimittel.

    Werden die Pflanzen für homöopathische Arzneimittel biologisch angebaut?

    Ja, in der Regel stammen die Ausgangspflanzen unserer Arzneimittel aus kontrolliertem Eigenanbau, aus unseren nach der EU-Öko-Verordnung (2092/91) zertifizierten Arzneipflanzenkulturen. Dies bedeutet z. B., dass keine Pflanzenschutzmittel, wie Insektizide oder andere Pestizide, eingesetzt werden. Durch die große Artenvielfalt und die besonderen Anbaubedingungen in den Kulturen werden viele ökologische Nischen geschaffen, in denen sich Nützlinge ansiedeln können, wie Marienkäfer oder andere Käferarten, Igel, Vögel u. a. Hiermit wird der Schutz vor Schädlingsbefall verstärkt. Kommt es dennoch zum Befall der Pflanzen durch Läuse, Wanzen und Schnecken, wird nur mit „sanften“ Methoden (absammeln bzw. absaugen) eingegriffen. Pilzerkrankungen werden in der Regel durch Zurückschneiden der Pflanzen entfernt.

    Was ist das Homöopathische Arzneibuch (HAB)?

    Im Jahr 1872 schrieb Apotheker Dr. Willmar Schwabe in seinem Werk „Pharmacopoea Homoeopathica Polyglottica“ die Grundlagen homöopathischer Arzneikunde nieder, in der die Produktion homöopathischer Medizin dezidiert beschrieben wird. Das gefragte Werk wurde schnell in diverse Sprachen übersetzt. 1934 wurde die 2. abgeänderte Ausgabe des ursprünglichen „Dr. Willmar Schwabe’s Homöopathisches Arzneibuchs“ als HAB34 zum rechtlich bindenden Grundlagenwerk für Deutschland. Das heute gültige Homöopathische Arzneibuch (HAB) und in der Folge ein Teil der homöopathischen Vorschriften der Europäischen Pharmacopöe (Ph. Eur.) basieren darauf. Das Homöopathische Arzneibuch diente zudem als Vorbild der Arzneibücher zur Herstellung von Arzneimitteln in der ganzen Welt.

    Wie viele Arzneimittel produziert die DHU?

    Die DHU verfügt über modernste Produktionsanlagen für homöopathischen Arzneimittel.  Die Produktion erfolgt nach den strengen Richtlinien des „Good Manufacturing Practice (GMP)“. Die DHU kann über 150.000 verschiedene Arzneimittel aus hunderten verschiedener Ausgangsstoffen produzieren. Arzneimittel werden bei der DHU in den Potenzen D, C und LM sowie in bis zu 7 Darreichungsformen produziert. Der gesamte Produktionsprozess folgt den im Homöopathischen Arzneibuch (HAB) bzw. im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) formulierten Richtlinien.

    Wie werden Arzneimittel bei der DHU produziert?

    Unter Berücksichtigung der Prinzipien von Dr. Samuel Hahnemann und der Tradition von Firmengründer Dr. Willmar Schwabe wird jedes flüssige Arzneimittel von Hand verschüttelt, feste Arzneimittel werden verrieben. Wie im HAB  vorgeschrieben, wird bei flüssigen Arzneimitteln für jeden Potenzierungs-Schritt ein neues Glas eingesetzt. Als GMP (Good Manufacuring Practice)-zertifiziertes Unternehmen garantiert DHU dafür, dass während des gesamten Produktionsprozesses selbstverständlich alle Produktionsschritte streng kontrolliert und dokumentiert werden.

    Wie wird bei der DHU verschüttelt?

    Die DHU verschüttelt traditionell alle ihre flüssigen homöopathischen Arzneimittel von Hand. Übrigens: Auch Hahnemann ließ prinzipiell Maschinenpotenzierung zu. Er erwähnt im „Organon“ in einer Fußnote des § 270 die Möglichkeit, dass „der Arznei Stöße mittels einer kräftigen Maschine gleichsam eingezwungen“ werden

    Was sind die Trägerstoffe homöopathischer Arzneimittel zur Einnahme?

    Die Globuli (Streukügelchen) werden aus Saccharose (Zucker) ohne sonstige Hilfsstoffe hergestellt.

    Die Tabletten der DHU (Einzelmittel-Tabletten (260 mg), Pentarkan- und Spezialitäten-Tabletten (250 mg) sowie Biochemische Funktions- und Ergänzungsmittel-Tabletten (260 mg) werden nach der Herstellvorschrift 9 des Homöopathischen Arzneibuches hergestellt. Die Arzneigrundstoffe werden mit Laktose (Milchzucker) verrieben. Pro Tablette werden in der Regel 10 mg Hilfsstoff (Mischung aus Magnesiumstearat und Weizenstärke) zugesetzt. Ausnahmen sind:

    Tonsiotren® H Tabletten: bestehen aus der Milchzuckerverreibung und den Hilfsstoffen Saccharose und Magnesiumstearat (keine Weizenstärke enthalten).

    Dr. Schüßler Salze karto: bestehen aus der Milchzuckerverreibung und den Hilfsstoffen Magnesiumstearat und Kartoffelstärke (anstatt Weizenstärke).

    Weitere Tablettenhilfsstoffe können nur gemäß den strengen Vorgaben des Homöopathischen Arzneibuchs zugesetzt werden.

    Dilutionen (Flüssige Zubereitungen) enthalten meist Alkohol-Wasser-Gemische unterschiedlicher Konzentrationen, in wenigen Ausnahmefällen auch nur Wasser oder Glycerin.

    Was versteht man unter Potenzierung?

    Als Potenzierung bezeichnet man in der Homöopathie den Vorgang der stufenweisen sogenannten „Verschüttelung“ oder Verreibung der homöopathischen Zubereitungen im Rahmen des Herstellungsprozesses. Trotz der dabei erfolgenden zunehmenden Verdünnung des Ausgangsstoffs hat Hahnemann die Erfahrung gemacht, dass die Heilkraft der Arzneien durch diese Art der Herstellung zunimmt. Daraus leitete sich der Begriff Potenzierung ab. Ebenso nimmt die Verträglichkeit bei stark wirksamen oder giftigen Ausgangsstoffen durch die Verdünnung zu.

    Die Angaben wie D6 oder C200 auf den homöopathischen Arzneimitteln zeigen die jeweilige Potenz an, d. h. die Zahl der durchgeführten Potenzierungsschritte und das zugrundeliegende Verdünnungsverhältnis.

    „D(ecimal)“-Potenzen werden bei jedem Schritt 1:10fach verdünnt („D“ = lateinisch „10“), „C(entisemal)“-Potenzen werden jeweils 1:100fach verdünnt („C“ = lateinisch „100“).

    Tiefe Potenzen, wie z. B. D6 oder D12, können in der Selbstmedikation angewendet werden. Die sogenannten Hochpotenzen, z. B. C200, werden dagegen von homöopathisch ausgebildeten Therapeuten für ihre Patienten gewählt und sind für die Selbstmedikation nicht geeignet.

    Wie viele Globuli enthält ein 10 g Fläschchen?

    In einem 10 g Fläschchen (= D bzw. C-Potenzen) sind ca. 1.200 Globuli der Größe 3 enthalten.

    Wieviel Zucker ist in Globuli der DHU enthalten?

    Unsere Streukügelchen bestehen aus 100 % Saccharose. In der Standard-Größe 3 entsprechen ca. 120 Globuli 1 g Saccharose. Das bedeutet, dass 1 Globulus dieser Größe 8,33 mg Saccharose enthält. Bei einer typischen Tagesdosis von 1-3x tägl. 5 Stück kommt man auf max. 124,95 mg Saccharose.

    Im Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt in ihrer jüngsten Richtlinie aus dem Jahr 2015 im Mittel nicht mehr als sechs Teelöffel (25 Gramm) Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln pro Tag. Das reduziere das Risiko von Übergewicht, Fettsucht und Karies.

    Werden homöopathische Globuli bei der DHU mit Farbstoffen oder Konservierungsmitteln behandelt?

    Homöopathische Globuli werden bei der DHU weder mit Farbstoffen noch mit Konservierungsmittel behandelt. Wir stellen gemäß dem Homöopathischen Arzneibuch her und dieses erlaubt weder die eine noch die andere Maßnahme bei Globuli.

    Ein Zusatz von Konservierungsstoffen ergibt bei Globuli auch keinen Sinn, da diese feste Arzneiform kein Substrat für einen bakteriellen Befall darstellt (zumindest solange sie ordnungsgemäß und trocken gelagert werden). Das gilt ebenso für Tabletten. Die Urtinkturen und flüssigen Verdünnungen/Dilutionen sind Alkohol-Wasser-Gemische, in denen der Alkohol konservierend wirkt.

    Wie viel Alkohol enthalten flüssige homöopathische Arzneimittel?

    Für homöopathische Tropfen wird als Arzneiträger Alkohol in unterschiedlichen Konzentrationen verwendet, entsprechend der jeweiligen Vorschrift des HAB (Homöopathisches Arzneibuch). Unter Beachtung der Dosierungsempfehlung ist die aufgenommene Alkoholmenge jedoch immer sehr gering und gesundheitlich unbedenklich. So enthalten 5 Tropfen ca. 0,05 - 0,1 g Alkohol. Ein Glas Apfelsaft (200 ml) enthält zum Beispiel 0,4 g, eine vollreife Banane von etwa 100 g enthält ca. 0,6 g Alkohol. Bei Vorliegen einer Alkoholkrankheit und bei Behandlung von Kindern sollte die Zubereitungsform trotzdem nicht angewendet werden. Alternativ stehen Globuli (auf Zuckerbasis) und Tabletten (auf Milchzuckerbasis) zur Verfügung.

    Ist in Globuli noch Restalkohol enthalten?

    Nein. Die Globuli werden zwar mit der alkoholhaltigen Dilution imprägniert, aber der Alkohol verfliegt im Rahmen des Herstellungs- und Trocknungsvorgangs komplett.

    Ist in den Gelgrundlagen der DHU Mikroplastik enthalten?

    Weder durch einen Eintrag von außen noch durch die verwendeten Hilfsstoffe enthalten die Gele Mikroplastik.

    Sind die festen homöopathischen Arzneimittel zur Einnahme der DHU vegan?

    Die Globuli sind im Hinblick auf den Trägerstoff Saccharose in jedem Fall vegan. Was man wissen sollte Die arzneilich wirksamen Bestandteile sind zwar überwiegend pflanzlichen, mineralischen oder chemischen Ursprungs. Eine kleine Anzahl homöopathischer Einzelmittel wird aber aus tierischen Ausgangsstoffen hergestellt.

    Bei den Tabletten ist der Trägerstoff Milchzucker (Lactose): Sie können somit als vegetarisch bezeichnet werden. Auch hier gilt der gleiche Hinweis zu den Ausgangsstoffen wie bei den Globuli.

    Im Zweifel fragen Sie Ihren Apotheker.

    Wie wirkt Homöopathie?

    Homöopathie zählt nach ihrem Selbstverständnis zur sogenannten Reiz- und Regulationsmedizin: Sie nimmt für sich in Anspruch, körpereigene Mechanismen zu stimulieren und so die Selbstheilungskräfte anzuregen. Das Prinzip dahinter: „Sich-gesund-regeln“ - was der Organismus mit dem passenden Anstoß am besten kann.
    Im Unterschied zu z. B. der Kneipp-Therapie, bei der die Selbstheilungskräfte des Körpers allgemein stimuliert werden, versteht sich Homöopathie als spezifische Therapie: Der erkrankte Körper befindet sich im Ungleichgewicht. Das nach dem Simile-Prinzip ausgewählte homöopathische Arzneimittel setzt, wenn es gut passend zu den Symptomen des Erkrankten gewählt ist, einen zum Beschwerdebild des Erkrankten passenden winzigen und spezifischen Reiz in Richtung Erkrankung. Und aktiviert so die Selbstheilungskräfte.
    Den zugrundeliegenden Wirkmechanismus für diese Regulationsfunktion homöopathischer Arzneimittel können wir allerdings bis heute nicht erklären.

    Sollte Homöopathie besser nicht eingesetzt werden, da man nicht erklären kann, wie sie wirkt?

    Das Wissen darüber, wie ein Medikament wirkt, war zumindest in früheren Zeiten keine Voraussetzung für dessen Anwendung. Aspirin (Acetylsalicylsäure) ist eines der meistbenutzten Medikamente weltweit, und dabei war es über 70 Jahre im Einsatz, bevor sein Wirkmechanismus 1971 entdeckt wurde. Dieses Arzneimittel wird auch heute noch aktiv erforscht, da es zahlreiche biologische Wirkungen aufweist, die noch immer nicht gänzlich erfasst worden sind.

    Ganz ähnlich blickt auch die Homöopathie auf eine lange Geschichte der traditionellen Anwendung zurück. Dies hat dazu geführt, dass unser klinisches Verständnis dafür, was homöopathische Arzneimittel bewirken können, unserem theoretischen Wissen darüber, wie diese Mittel biologisch wirken, voraus ist. Die Aufdeckung des Wirkmechanismus homöopathischer Arzneimittel wird ein faszinierendes Ereignis sein und viele Teams leisten weltweit Grundlagenforschung, um diese Fragen zu beantworten. (Quelle: www.hri-research.org)

    Welche Anwendungs-Bereiche decken Homöopathika ab?

    Zugelassene DHU-Produkte werden vor allem bei Indikationen aus den Bereichen Allgemeinmedizin, Gynäkologie, Pädiatrie, Dermatologie und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde eingesetzt. Die ohne Indikationsangabe registrierten Einzelmittel werden nach individuell eingesetzt und können mit entsprechender Kenntnis und entsprechend den Regeln der homöopathischen Arzneimittelwahl für einen sehr breiten Anwendungsbereich zum Einsatz kommen.

    Wie wird Homöopathie eingesetzt?

    Homöopathie ist im Grundsatz ein Therapiesystem, bei dem der Arzt oder Heilpraktiker ein individuell ausgewähltes Arzneimittel verordnet. Der Patient wird dazu intensiv untersucht und befragt, um auf Basis langjähriger therapeutischer Erfahrung und mithilfe der homöopathischen Literatur (im Rahmen einer rationalen Methodik, der Repertorisation) das für ihn richtige Mittel herauszufinden, das sogenannte Simile.

    Homöopathie lässt sich in der Regel mit Schulmedizin kombinieren.

    In der Selbstmedikation werden homöopathische Mittel meist ohne umfangreiche individuelle Repertorisation nach den sogenannten „bewährten Indikationen“ eingesetzt. So wird etwa häufig Rhus toxicodendron bei Schmerzen der Muskeln und Knochen oder Nux vomica bei Verdauungsbeschwerden empfohlen.

    Was sind bewährte Indikationen?

    Bei der Therapie nach "Bewährten Indikationen" wird mit einer klinischen Diagnose und deren charakteristischen Symptomen ein bestimmtes homöopathisches Arzneimittel verbunden, welches in der therapeutischen Praxis für die jeweilige Indikation vielfach erfolgreich eingesetzt wurde.

    Weshalb gibt es bei homöopathischen Einzelmitteln keine Indikationsangaben in der Gebrauchsanweisung?

    Homöopathische Einzelmittel haben in der Regel einen sehr großen Anwendungsbereich und werden individuell nach den Symptomen jedes einzelnen Patienten auch bei verschiedenen Erkrankungen verordnet. Aus diesem Grund können bei diesen Arzneimitteln keine konkreten Angaben zu den Anwendungsgebieten gemacht werden, wie es bei konventionellen, schulmedizinischen Medikamenten möglich ist.

    Laut § 10 Arzneimittelgesetz (AMG), Abs. 4 dürfen deshalb für registrierte homöopathische Einzelmittel keine Angaben über Anwendungsgebiete gemacht werden. Die Gebrauchsanweisung muss die Formulierung „Registriertes homöopathisches Arzneimittel, daher ohne Angabe einer therapeutischen Indikation“ enthalten.

    Wie werden homöopathische Arzneimittel in der Selbstbehandlung dosiert?

    Liegt keine Therapeuten-/Arzt-Empfehlung vor, gelten die Angaben in der Gebrauchsanweisung. Allgemeiner Dosierungshinweis (Kommission D des BfArM): Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren nehmen bei Mitteln in tiefen Potenzen (z.B. D6 oder D12) bei akuten Beschwerden stündlich 5 Globuli, 1 Tablette oder 5 Tropfen - bis zum Eintritt einer Besserung, jedoch höchstens 6-mal täglich. Bei chronischen Erkrankungen 1‑3-mal täglich 5 Tropfen, 5 Globuli oder 1 Tablette. Kinder zwischen 1-5 Jahren nehmen 1/2 der Erwachsenendosis, Säuglinge bis zu einem Jahr nach Rücksprache mit ihrem Arzt 1/3.

    Bei Besserung der Beschwerden ist die Häufigkeit der Einnahme zu reduzieren bzw. eine Einnahmepause einzulegen. Die Akutdosierung soll ohne Rücksprache mit dem Therapeuten nicht länger als eine Woche eingenommen werden.

    Hohe Potenzen (ab C30) werden in der Selbstmedikation nicht empfohlen – hier bitte Rücksprache mit dem Homöopathen/Apotheker nehmen.

    Bei anhaltenden, unklaren oder neu auftretenden Beschwerden ist ärztliche Abklärung notwendig. Werden bereits andere Medikamente eingenommen, ist die zusätzliche Selbstmedikation mit Arzneimitteln (egal ob homöopathisch oder andere), immer mit dem Behandler/Apotheker abzuklären, um Wechselwirkungen auszuschließen.

    Wie lange werden homöopathische Arzneimittel eingenommen?

    Allgemein gilt für die Einnahme homöopathischer Arzneimittel, dass bei Besserung der Beschwerden die Häufigkeit der Einnahme zu reduzieren bzw. eine Einnahmepause einzulegen ist, solange die Besserung anhält.

    Gerade bei Hochpotenzen wird meist nur eine einmalige Gabe verabreicht und vor einer Wiederholung die Beschwerdesituation erneut geprüft. Ein Therapeut gibt in der Regel an, wie schnell mit einer Verbesserung zu rechnen ist bzw. er wird je nach Beschwerden und gewählter Potenz nur eine begrenzte Einnahmedauer angeben und ggf. um erneute Kontaktaufnahme und Abklärung bitten.

    Aufgrund gesetzlicher Bestimmung muss bei homöopathischen Arzneimitteln ein allgemeiner Hinweis zur Anwendungsdauer in der Gebrauchsanweisung angegeben werden: „Auch homöopathische Arzneimittel sollten ohne ärztlichen Rat nicht über längere Zeit eingenommen werden“.

    Welche Potenzen werden wann eingesetzt?

    Das hängt unter anderem von der Art der Erkrankung und der Sensibilität des Patienten ab. Die Wahl der „richtigen“ Potenz ist im Vergleich zur richtigen Arzneimittelwahl zweitrangig.

    Im Allgemeinen werden bei akuten und funktionell-organischen Erkrankungen eher tiefe Potenzen (z. B. D6/C6 oder D12/ C12) eingesetzt, und bei psychischen bzw. chronischen Symptomen eher höhere Potenzen (ab D30/C30).

    Für die Selbstbehandlung und die Beratung in der Apotheke eignen sich tiefe Potenzen (wie z. B. D6/C6 oder D12/C12). Hohe Potenzen (ab D30) sollten von einem Therapeuten ausgewählt werden.

    Wodurch kann die Wirkung beeinträchtigt werden?

    Seit geraumer Zeit wird ein möglicher negativer Einfluss von Strahlung (Röntgen, elektromagnetisch, usw.) auf die Wirkung von homöopathischen Arzneimitteln diskutiert. Hier gehen allerdings die Meinungen verschiedener Therapeuten ebenso auseinander wie in Bezug auf Kaffee / Genussmittel und ätherische Öle / Zahnpasta in Kombination mit homöopathischen Mitteln.

    Untersuchungen von Weber et al. (2008) zeigen, dass die Gepäckdurchleuchtung auf dem Flughafen und das Einscannen des Barcodes die Wirkung eines homöopathischen Arzneimittels offenbar nicht verändert. Dabei handelt es sich aber um einmalige Strahlenbelastungen. Untersuchungen, die ein abschließendes Ergebnis liefern, gibt es derzeit zu dem Thema leider noch nicht.

    Generell sollte man allerdings, wenn der Behandlungserfolg bei einer homöopathischen Therapie ausbleibt, zuerst prüfen, ob das Arzneimittel richtig gewählt wurde, bevor man eine Beeinträchtigung der Arzneimittelwirkung durch äußere Umstände in Betracht zieht.

    (Quelle: Weber, S. et al. (2008): The effect of homeopathically prepared thyroxine on highland frogs: influence of electromagnetic fields, Homeopathy 97: 3-9.).

    Was ist wirkungsvoller: Einnahme mit Mineralwasser oder Leitungswasser?

    Uns liegen keine Belege vor, dass Heilwässer oder Mineralwässer die Wirkung von homöopathischen Arzneimitteln beeinträchtigen könnten. Allerdings empfehlen Therapeuten zur Einnahme homöopathischer Arzneimittel stilles Wasser ohne Kohlensäure oder Leitungswasser, um eine mögliche Beeinflussung durch die Mineralstoffe auszuschließen. Hier ist zu berücksichtigen, dass homöopathische Arzneimittel eher nicht mit Wasser verdünnt eingenommen werden, sondern im Mund zergehen sollten. Im Einzelfall kann eine Verdünnung mit Wasser notwendig sein, z. B. bei der Einnahme von LM-Potenzen oder wenn man den alkoholischen Geschmack bei den Dilutionen (Tropfen) nicht mag.

    Was ist eine Erstreaktion/Erstverschlimmerung?

    Zu Beginn einer homöopathischen Therapie kann es anfangs über die Regulationsmechanismen des Körpers zu einer leichten Verschlechterung der vorhandenen Beschwerden kommen. Das wird von manchen Therapeuten sogar als Zeichen der korrekten Arzneiwahl gedeutet und klingt in der Regel schnell wieder ab. Dennoch sollte das Arzneimittel abgesetzt werden und mit einem Therapeuten das weitere Vorgehen besprochen werden.

    Wie verträglich sind homöopathische Arzneimittel?

    Homöopathische Arzneimittel zeichnen sich im Allgemeinen durch eine sehr gute Verträglichkeit aus. Bei einzelnen Arzneimitteln sind dennoch Gegenanzeigen bzw. Nebenwirkungen bekannt, bitte beachten Sie daher die Gebrauchsanweisung oder wenden Sie sich bei Fragen an unsere Medizinisch-Wissenschaftliche Beratungshotline.

    Durch gesetzliche Vorgaben müssen auch bei homöopathischen Arzneimitteln immer mehr allgemeine Hinweise in die Gebrauchsanweisung aufgenommen werden. Weitere Fragen hierzu beantwortet Ihnen ebenfalls unser Medizinisch-Wissenschaftliche Beratungshotline.

    Hat die Homöopathie Grenzen?

    Die Homöopathie hat, so wie alle anderen Arzneimittel und Therapiemethoden auch, Grenzen.

    Die Homöopathie ist eine Reiz-Regulations-Therapie, die mittels sanfter Reize einem aus der Balance geratenen Körper Impulse gibt, um die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Dieser Ansatz eignet sich insbesondere bei Alltagserkrankungen und funktionellen Störungen. Erkrankungen, die mit organischen Veränderungen einhergehen, sind nicht ausschließlich, sondern höchstens begleitend mit Homöopathie behandelbar. Dazu gehören etwa Knochenbrüche und Bandscheibenvorfälle, aber auch Stoffwechselerkrankungen wie,Diabetes, oder Krebserkrankungen. Auch bei akuten Erkrankungen, die etwa mit hohem Fieber, starken Schmerzen oder heftigem Durchfall bzw. Erbrechen einhergehen, ist die Homöopathie keine geeignete primäre Therapie. Ebenso wenig bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychiatrischen Diagnosen oder schwerwiegenden Infektionserkrankungen.

    Auch Menschen, die unter schweren bzw. chronischen Erkrankungen leiden, können von einer homöopathischen Behandlung profitieren. In diesem Fall ist es aber erforderlich, einen integrativen Behandlungsplan, zu dem auch schulmedizinische Interventionen gehören, mit dem behandelnden Arzt oder Therapeut zu erarbeiten.

    Prophylaktisch werden Homöopathika generell nicht eingesetzt: Die Homöopathie ist nach ihrem Selbstverständnis eine Reiz- und Regulationstherapie, die die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert. Dies setzt voraus, dass die gesundheitliche Balance schon gestört ist. Nur dann liegen auch die Symptome vor, nach denen sich die Auswahl der jeweils passenden homöopathischen Arzneimittel richtet.

    Welche Grenzen hat die Selbstbehandlung?

    Die Selbstbehandlung ist nur bei Alltagsbeschwerden anzuraten, für die der Patient hinreichend Erfahrung, Selbstkenntnis und Wissen hat. Dazu gehören etwa normale Erkältungen, Spannungs-Kopfschmerzen, blaue Flecken.

    Für die Selbstbehandlung sind homöopathische Arzneimittel in niedrigen Potenzen (D6 oder D12) zu empfehlen.

    Voraussetzung für den Behandlungserfolg ist die Wahl des passenden Mittels. Wenn sich Beschwerden nicht schnell bessern oder sehr heftig sind (Fieber, starke Schmerzen, Bewusstseinstrübung) ist immer eine ärztliche Abklärung nötig. Auch unklare Beschwerden, die erstmalig auftreten, müssen ärztlich abgeklärt werden.

    Patienten sollten bei einer Selbstbehandlung nicht auf „Dr. Google“ vertrauen. Es gibt gute Buch-Ratgeber von ausgewiesenen Experten. Auch in der Apotheke gibt es die Möglichkeit zur Beratung durch medizinisch geschulte Experten.

    Wirkt Homöopathie nicht über den „Placebo-Effekt“ hinaus?

    Manche Menschen behaupten, die Wirkung von Homöopathika beruhe nur auf dem „Placebo-Effekt“, d. h. nur der Glaube daran löse die Heilreaktion aus.

    Prinzipiell ist festzuhalten: Bei jeder medizinischen Behandlung ist ein gewisser „Placebo-Effekt“ im Spiel. Diesen zu erforschen und gezielt nutzbar zu machen, beschäftigt aktuell viele Forscher.

    Dass die Wirkung von Homöopathie keineswegs nur auf dem Placebo-Effekt beruht, bestätigen nicht nur zahlreiche sogenannte Placebo-kontrollierte Studien (auch wenn Kritiker immer wieder leugnen, dass es solche Studien gibt). Auch die Anwendung von Homöopathika bei Babys, Tieren und sogar Pflanzen und Zellen zeigt Effekte.

    Wie bewerten Krankenkassen das homöopathische Therapiesystem?

    Die verpflichtende Erstattung von homöopathischen Arzneimitteln (und generell allen nicht-verschreibungspflichtigen Präparaten) für alle Patienten ist 2004 aus Kostengründen entfallen. Politisches Ziel war, 1 Milliarde € Arzneimittelkosten zu sparen. Geblieben ist bis heute die Übernahme der Kosten von Homöopathika für Kinder bis 12 Jahre.

    Seit 2012 haben die Krankenkassen wieder die Möglichkeit der Kostenübernahme im Rahmen von sogenannten Satzungsleistungen auch für Erwachsene. Zahlreiche Krankenkassen bieten an, Naturmedizin bis zu einer bestimmten jährlichen Obergrenze zu bezahlen (https://www.krankenkassen.de/krankenkassen-vergleich/).Neben der Erstattung von homöopathischen Arzneimitteln bei Verordnung durch den Arzt ist auch die Übernahme der Kosten für eine homöopathische Anamnese möglich. Hierzu sollten Sie bei der Krankenkasse nachfragen und sich einen homöopathischen Arzt suchen.

    In der Schweiz ist Homöopathie grundsätzlich Kassenleistung. Grundlage dieser Entscheidung ist ein Programm zur Evaluation (Bewertung) der Komplementärmedizin (PEK), in dem sich neben anderen komplementären Methoden die Homöopathie bzgl. Wirksamkeit, Sicherheit und Kosten bewährt hat.

    Sind homöopathische Arzneimittel rezeptpflichtig?

    Nein, alle von der DHU erhältlichen homöopathischen Arzneimittel sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich.

    Kann die Therapie mit homöopathischen Arzneimitteln gefährlich sein?

    Jede Therapie kann gefährlich sein, wenn man sie falsch oder unpassend einsetzt und versäumt, das richtige bzw. notwendige Medikament zu geben. Ein Kopfschmerzmittel kann z. B. auch kein Antibiotikum ersetzen. Und hilft auch nicht, wenn der Schmerz etwa auf das Vorhandensein eines Tumors zurückgeht.

    Wie garantiert die DHU sichere Potenzen?

    Homöopathische Arzneimittel kommen erst ab einer toxikologisch unbedenklichen Potenz in den Handel.

    Die Deutsche Homöopathie-Union hält sich strikt an die strengen Herstellungsvorschriften des Homöopathischen Arzneibuches (HAB) bzw. des Europäischen Arzneibuchs (European Pharmacopoeia; Ph. Eur).

    Ziel ist es, die gleichbleibend hohe Qualität jederzeit zu garantieren. Dazu sind alle Vorgehensweisen in Arbeitsanweisungen definiert. Die Mitarbeiter werden darin regelmäßig geschult. Alle verwendeten Geräte und Verfahren sind validiert und werden regelmäßig gewartet und kalibriert. Es gelten zudem durchweg die Regeln der Good-Manufacturing-Practice (GMP).

    Prozessparameter, insbesondere Mischbedingungen, sind auf Basis aufwändiger Validierungen (Nachweisführungen, dass die Systeme die Prozessanforderungen erfüllen) definiert und werden bei der Herstellung dokumentiert.

    Durch die systemgestützte Identifikation und Statusprüfung der eingesetzten Materialien wird sichergestellt, dass immer die korrekten Stoffe in der korrekten Potenz verarbeitet werden. Die zuständige Landesbehörde (z. B. das Regierungspräsidium) überwacht die Herstellstandards und nimmt regelmäßige Inspektionen vor.

    Sind Homöopathie-Anwender immer auch Impfgegner?

    Homöopathie und Impfen hat nichts miteinander zu tun. Homöopathen sind nicht grundsätzlich Impfgegner. Die Entscheidung gegen eine Impfung ist immer eine ganz persönliche.

    Wissenswert ist in dem Zusammenhang auch, dass Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, die zu seiner Zeit eingeführte Pockenimpfung grundsätzlich befürwortete.