Kratzen an der Hand

Hand-Fuß-Mund-Krankheit erkennen und behandeln

Haben Sie schon mal etwas von der Hand-Fuß-Mund-Krankheit gehört? Sie wird auch HFM-Krankheit oder Hand-Fuß-Mund-Exanthem genannt. Ein typisches Symptom ist der Hautausschlag an den Handflächen, Fußsohlen sowie im Mundbereich. Kinder sind davon häufiger betroffen als Erwachsene. Wir erklären Ihnen, wie Sie die ansteckende Virus-Erkrankung erkennen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Ursache: Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) ist eine hochansteckende Erkrankung, die meist von Coxsackie-Viren, die der Enterovirus-Spezies A (EV-A) angehören, ausgelöst wird.

Symptome und Verlauf: Daran erkennen Sie die Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Folgende Anzeichen deuten auf HFMK hin:

  • Die ersten Symptome sind Fieber, Hals- und Gliederschmerzen und Appetitlosigkeit.
  • Nach ein bis zwei Tagen sehen Sie rote Flecken um den Mund herum und an der Mundschleimhaut, der Zunge und am Zahnfleisch. Die Rötungen jucken nur in sehr seltenen Fällen.
  • Aus den roten Flecken im und am Mund entstehen nach kurzer Zeit Bläschen oder Aphten, die beide sehr schmerzhaft sind.
  • Wenige Stunden später zeigt sich der Hautausschlag auch an den Handflächen und Fußsohlen, manchmal auch auf dem Handrücken, an Ellenbogen, Knie oder am Gesäß und im Genitalbereich.
  • Vermehrter Speichelfluss  

Vorsicht: Das Sekret aus den Bläschen enthält die auslösenden Viren und ist hochansteckend. Auch mit dem Speichel sollte aufgrund der Virenbelastung jeder Kontakt vermieden werden. Ei-ne konsequente Hygiene ist daher sehr wichtig.

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Ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit gefährlich?

Über 80 Prozent der Menschen, die sich mit dem Virus angesteckt haben, zeigen keine Symptome. Die Krankheit verläuft größtenteils mild – auch bei schwangeren Frauen und Neugeborenen, die sich bei der Geburt über die Mutter angesteckt haben. Dennoch haben insbesondere Neugeborene ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Um diese rechtzeitig zu erkennen beziehungsweise zu vermeiden, ist ein Arztbesuch in jedem Fall erforderlich.

Komplikationen

In seltenen Fällen können als Folge der Infektion eine Hirnhautentzündung oder eine Entzündung des Gehirns auftreten. Säuglinge und Neugeborene haben ein höheres Risiko für Komplikationen als ältere Kinder. Gefährlich kann es für Säuglinge und Neugeborene auch werden, wenn das Virus andere wichtige Organe wie die Leber oder das Herz befällt.

Inkubationszeit: Wann zeigen sich die ersten Symptome nach einer Ansteckung?

Es dauert zwischen 3 und 10 Tagen, bis die Krankheit nach der Ansteckung ausbricht. Extrem ansteckend ist man in der Zeit, wenn der Ausschlag sichtbar ist. Vor allem die Flüssigkeit in den Bläschen ist hochansteckend. Trocknen die Bläschen, sinkt das Ansteckungsrisiko. Die Viren können aber noch über Wochen ausgeschieden (Stuhl) und weiterverbreitet werden.

📌 Wer sich mit dem Virus angesteckt hat, selbst aber keine Symptome zeigt, kann dennoch andere anstecken.

Wie steckt man sich mit Coxsackie A-Viren an?

Die Viren sind hochansteckend und können über den direkten Kontakt mit der Bläschen-Flüssigkeit oder über virushaltige Körperflüssigkeiten wie Speichel oder Nasen-/Rachensekret übertragen werden, beispielsweise durch Husten oder Niesen. Auch über virenbelastete Oberflächen ist eine Ansteckung möglich.

  • Hände: Über die Hände kann man das Virus aufnehmen und dann weitertragen. Zum Beispiel, wenn man die flüssigkeitsgefüllten Bläschen anfasst. 
  • Gegenstände: Die widerstandsfähigen Erreger können auf Gegenständen wie Geschirr, Türgriffen, Toilettendeckeln, Handtüchern oder Waschlappen haften bleiben und bei einer gemeinsamen Nutzung übertragen werden.
  • Stuhl: Die Erreger befinden sich auch im Stuhl und können über die Toilette oder Windeln weitergegeben werden.
  • Luft: Beim Husten oder Niesen können kleinste Tröpfchen, die das Virus enthalten, vom Gegenüber eingeatmet werden. 
Hände waschen

Hygiene ist wichtig. Vor allem um sich vor der Hand-Fuß-Mund-Krankheit zu schützen, sollte man seine Hände regelmäßig gut reinigen und desinfizieren.

Wer erkrankt am häufigsten an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Jeder Mensch kann sich mit dem Virus infizieren. Die Erkrankung trifft aber am häufigsten Kinder unter 10 Jahren und tritt oft im Spätsommer und Herbst aufgrund der Witterungsverhältnisse auf.

📌 Da das Ansteckungsrisiko sehr hoch ist, sollten erkrankte Kinder nicht mit anderen in Kontakt kommen und nicht in den Kindergarten oder in die Schule gehen, bis die Symptome ganz verschwunden sind.

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit behandeln

  • Gegen die ursächlichen Coxsackie A-Viren gibt es keine gezielte Therapie. In Absprache mit dem Arzt können fiebersenkende oder schmerzstillende Medikamente eingesetzt werden, um die Beschwerden zu lindern. 
  • Wichtig ist, dass Erkrankte ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.
  • Feste, scharfe und saure Lebensmittel vermeiden, da sie das Gewebe im Mund reizen und die Schmerzen verstärken können. 
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Wann muss man zum Arzt?

Eine ärztliche Untersuchung ist beispielsweise in folgenden Fällen erforderlich:

  • Kinder, Säuglinge, Neugeborene oder Schwangere sind erkrankt.
  • Bei Fieber.
  • Das Kind oder Säugling mag nichts mehr trinken (Austrocknungsgefahr).
  • Die Beschwerden haben sich nach 7 Tagen nicht gebessert.
  • Der Ausschlag ist großflächig, wund und schmerzhaft.
  • Es kommen starke Kopfschmerzen, ein steifer Nacken, Krämpfe und/oder Benommenheit hinzu oder sonstige Anzeichen, die auf Komplikationen hindeuten könnten.
  • Der/die Erkrankte hat ein geschwächtes Immunsystem.

Die richtige Diagnose stellen

Der Arzt kann einen Rachenabstrich oder einen Abstrich der Bläschen machen sowie eine Stuhlprobe ins Labor schicken. Dort kann der Erreger beziehungsweise die Virusart genauer bestimmt werden.

Wie lange dauert es, bis die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ausgeheilt ist?

In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung mild und heilt nach 5-7 Tagen ab.

Wie kann ich mich vor der Hand-Fuß-Mund-Krankheit schützen?

Wenn ein Familienmitglied an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit leidet, können Sie folgenden Maßnahmen ergreifen, um sich vor einer Ansteckung zu schützen:

  • Hände regelmäßig gut reinigen und desinfizieren
  • die Bläschen und Krusten auf der Haut nicht berühren
  • Alltags-Gegenstände wie Türgriffe oder Spielsachen regelmäßig reinigen und desinfizieren
  • sehr engen Kontakt mit den Erkrankten vermeiden (zum Beispiel umarmen, küssen)
  • Nicht denselben Teller/Besteck oder Handtücher und Hygieneartikel benutzen, wie der Erkrankte

Quellen

https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/hand-fuss-mund-krankheit
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HFMK.html