Mutter liegt mit Säugling auf dem Bauch und hält die Füßchen

8 Tipps: Eine Kaiserschnitt-Narbe richtig pflegen, damit sie optimal verheilt

Nach einem Kaiserschnitt ist die frische Narbe zunächst noch rot und geschwollen. Erst im Laufe der Zeit wird sie allmählich blasser und flacher, bis sie kaum noch zu sehen ist. Wird jedoch der Heilungsprozess gestört, beispielweise durch körperliche Belastungen, Infektionen oder Verunreinigungen der Wunde, kann das zu Komplikationen wie wuchernden oder schmerzenden Narben führen. Betroffene Frauen fragen sich: Was kann ich unterstützend tun, damit die Kaiserschnitt-Narbe gut und optimal verheilt? Wie kann ich Komplikationen wie einer Entzündung oder Schmerzen vorbeugen? 
Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um die Kaiserschnitt-Narbe. 

Zusätzlich haben wir für Sie 8 Tipps für die optimale Narbenpflege.

Große Schwester küsst Baby

Kinder homöopathisch behandeln
Tipps zur Selbstbehandlung von Dr. med. Markus Wiesenauer

Wie lange dauert es, bis eine Kaiserschnitt-Narbe verheilt?

Wie schnell Frauen nach einem Kaiserschnitt wieder auf den Beinen sind, ist individuell verschieden. In der Regel ist nach der OP ein Krankenhaus-Aufenthalt von mehreren Tagen angezeigt, damit der erste Wundheilungsprozess ärztlich kontrolliert werden kann. Wenn keine Komplikationen auftreten, verheilt die Bauchnaht in der Regel innerhalb von 8 bis 12 Tagen. Jedoch erst nach etwa drei Wochen ist das Narbengewebe belastbarer. Bis sich auch das innere Gewebe vollständig regeneriert hat und die endgültige flache und blasse Narbe entstanden ist, kann es bis zu einem Jahr dauern. Im Idealfall ist dann nur noch ein unauffälliger, dünner, heller Strich zu sehen.

📌 Der Narben-Bereich kann sich zunächst taub oder fremd anfühlen. Solche Gefühlsstörungen entstehen, weil Muskeln, Gewebe und Nerven während des Eingriffs durchtrennt wurden. Das Taubheitsgefühl kann in manchen Fällen mehrere Monate oder länger bestehen bleiben.

Wie gehe ich mit einer Kaiserschnitt-Narbe um?

Um die Wundheilung und eine gleichmäßige Narbenbildung zu fördern, kann eine geeignete Narbenpflege hilfreich sein. Grundlegend ist jedoch, dass die Bauchmuskulatur und die Haut im Narbenbereich geschont wird. Schonung bedeutet, keine schweren Lasten zu heben und keine ruckartigen Bewegungen zu machen, sowie keinen Sport zu treiben, der die Bauchdecke belasten könnte. Wie lange das gilt, entscheidet der Arzt im individuellen Einzelfall.

Frau cremt sich die Kaiserschnittnarbe ein

Wenn die Kruste abgefallen und die Rötung rund um die Schnittstelle schwächer geworden ist, können Mütter mit der Narbenpflege beginnen.

📌 Die Kruste nicht abkratzen, sondern von alleine abfallen lassen. Denn beim Kratzen können kleinste Verletzungen entstehen, die die Heilung stören. Zudem könnten Keime über kleinste Risse eindringen, wodurch sich die Wunde entzünden kann. Um Komplikationen zu vermeiden, ist in dem Fall ärztlicher Rat einzuholen.

8 Tipps: So pflegen Sie Ihre Kaiserschnitt-Narbe

Die richtige Pflege der Kaiserschnitt-Narbe unterstützt eine gleichmäßige, optisch unauffällige Narbenbildung. Wenn die Wunde abgeheilt und die Kruste abgefallen ist, kann mit der Narbenpflege begonnen werden.

  1. Auf Hygiene achten
    Vor allem in den ersten zwei Wochen, wenn die Wunde noch nicht ganz geschlossen ist, sollten Sie diese möglichst wenig berühren. Waschen Sie sich die Hände gründlich, bevor Sie die Narbe anfassen. Vom Eincremen ist in dieser Phase abzuraten, damit die sogenannte Wundruhe und der damit verbundene Heilungsprozess ungestört bleiben. 
     
  2. Auf Duschgel verzichten
    Fragen Sie den behandelnden Arzt oder Ihre Ärztin, ab wann Sie wieder duschen können. Verzichten Sie dabei aber auf Reinigungsprodukte, denn die Inhaltsstoffe könnten die frische Wunde reizen. Tupfen Sie den Wundbereich nach dem Duschen sanft mit einem frischen Handtuch ab. Auf ein Vollbad sollten Sie in den ersten Monaten verzichten, denn dabei weicht das Gewebe auf, was den Heilungsprozess stört.
     
  3. Weite Kleidung bevorzugen
    Tragen Sie locker sitzende, weiche Unterwäsche, Oberteile und Hosen, die nicht an der Wunde reiben und sie reizen könnten.
     
  4. Homöopathische Unterstützung
    Homöopathische Arzneimittel können Impulse setzten, um den natürlichen Heilungsprozess zu unterstützen. Um das richtige homöopathische Mittel zu finden, ist es wichtig, die individuellen Beschwerden, die Begleitsymptome und die individuelle Situation mit dem Behandler zu besprechen. Fragen Sie dazu einen homöopathisch ausgebildeten Arzt/Ärztin, Heilpraktiker/in oder Apotheker/in, damit Sie das für Ihr Beschwerdebild passende Arzneimittel erhalten.
     
  5. Auf Schonung achten
    Auch wenn die Wunde äußerlich geschlossen ist, benötigt das innere Gewebe wesentlich länger, um zu heilen. Damit keine zu große Spannung auf das Gewebe kommt, sollten Frauen in den ersten Monaten nach dem Kaiserschnitt keine schweren Gegenstände (nicht mehr als 5 Kilo gilt als Faustregel) heben und keinen Sport treiben. Tragen Sie zum Beispiel nur kleine Einkäufe oder stillen Sie Ihr Baby in der sogenannten Rückenlage.
     
  6. Dem Bauch Halt geben
    Ein spezieller Bauchgurt kann das Bauchgewebe stützen. Viele Frauen empfinden das als angenehm. Wichtig ist, dass der Bauchgurt nicht zu straff sitzt. Zuvor sollten Sie jedoch mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt/Ärztin besprechen, ob eine Anwendung in Ihrem Fall sinnvoll ist und welches Produkt geeignet wäre.
     
  7. Die Narbe sanft massieren
    Wenn die Fäden oder Klammern entfernt wurden und die Kaiserschnittnarbe äußerlich abgeheilt ist, können Mütter mit einer sogenannten Narben-Massage beginnen. Wichtig ist, dass man die Narbe und den umliegenden Bereich nicht ruppig behandelt oder auseinanderzieht. Die Hebamme kann Ihnen zeigen, wie Sie die Narbe mit sanften kreisenden oder streichenden Bewegungen richtig massieren. Das Fachpersonal einer Apotheke berät Sie dazu, welche Produkte zur Narbenpflege und -massage einer Kaiserschnittnarbe geeignet sind.
     
  8. Vor UV-Strahlen schützen
    Die neu gebildete Haut der Narbe ist zunächst sehr empfindlich, auch gegenüber Sonnenlicht bzw. UV-Strahlen. Durch Sonneneinstrahlung kann sie sich dunkel oder ungleichmäßig verfärben. Es ist daher ratsam, insbesondere im ersten Jahr nach dem Kaiserschnitt, auf Sonnenbaden oder Solarium zu verzichten bzw. die Narbe hinreichend abzudecken, sodass sie vor UV-Strahlen geschützt ist. 
Vater hält einen Säugling auf dem Arm

Alles Rund um Babys & Kinder
Jetzt hilfreiche Tipps entdecken

Was tun, wenn die Kaiserschnitt-Narbe juckt?

In der Regel wird eine juckende Narbe als ein Zeichen dafür gewertet, dass die Wunde heilt. Eine sanfte Kühlung kann den Juckreiz etwas abmildern. Auch homöopathische Arzneimittel können hilfreich sein. Fragen Sie dazu einen homöopathisch ausgebildeten Arzt/Ärztin, Heilpraktiker/in oder Apotheker/in, damit Sie das für Ihr Beschwerdebild passende Arzneimittel erhalten. Sollte der Juckreiz sehr stark oder mit Schmerzen verbunden sein, ist eine Rücksprache mit dem Arzt/Ärztin empfehlenswert.

Frau sitzt mit Kaffee am Laptop

Unser DHU Newsletter

Regelmäßige wissenswerte Informationen direkt ins Postfach.

Jetzt Newsletter abonnieren

Wann sollte ich zum Arzt oder zur Ärztin?

Ernsthafte Komplikationen an der Kaiserschnitt-Narbe treten eher selten auf.
Doch vor allem in den ersten Wochen nach dem Eingriff kann sich die Narbe zum Beispiel entzünden. In solchen Fällen sollte ein Arzt/Ärztin hinzugezogen werden.

Bei folgenden Symptomen sollten Sie einen Arzt/Ärztin aufsuchen:

  • die Narbe entwickelt sich ungewöhnlich
  • von Tag zu Tag wird die Narbe wulstiger
  • der Bereich ist stark gerötet, heiß und geschwollen 
  • die Narbe brennt
  • es fühlt sich an, als würde die Narbe pochen
  • Wundflüssigkeit, Eiter oder Blut tritt aus 
  • Fieber 
  • akute Schmerzen an der Narbe oder im Bauch bzw. Unterleib
Vater spielt mit dem Baby draußen am Wasser

Gesund und fit durchs Leben
Spannende Artikel rund um die Themen Gesundheit, Ernährung und Lifestyle.